Schwarz, Dr. Tobias
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Fachgebiete: Kulturwissenschaft, Recht, Migration
Adresse
E-Mail: t.schwarz@uni-koeln.de
Dr. Tobias Schwarz
Kompetenznetz Lateinamerika
Universität zu Köln
Godesbergerstr. 10
50968 Köln
Tel: 0221-470-5476
Web: http://www.kompetenzla.uni-koeln.de/schwarz0.html
Thematische Schwerpunkte
Ausweisungsrecht, nationale Identität, Migration, Rassismus, Methoden der qualitat. Sozialforschung
Geographische Schwerpunkte
Costa Rica, República Dominicana, Venezuela
Geburtsdatum, -ort
geb 1973 in München
Beruflicher Werdegang
seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kompetenznetz Lateinamerika – Ethnicity, Citizenship und Belonging an der Universität Köln
2009 Abschluss der Promotion mit der Dissertation „Bedrohung, Gastrecht, Integrationspflicht Differenzkonstruktionen im deutschen Ausweisungsdiskurs“ [1]
2005 - 2009 Doktorand am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität in Berlin
2006 - 2008 Promotionsstipendiat der Hans-Böckler-Stiftung
1996 - 2004 Studium der Europäischen Ethnologie, Kulturwissenschaft und Soziologie in Berlin und London, Abschluss mit einer empirischen Arbeit über die Berliner Ausländerverwaltung
Gesprochene Sprachen
Deutsch, Englisch, Spanisch
Gelesene Sprachen
Deutsch, Englisch, Spanisch
Lehrtätigkeit
seit 2010 Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität zu Köln
seit 2007 freier Trainer für Workshops zu MAXqda und Citavi
2006 - 2010 Lehrbeauftragter am Institut für Europäische Ethnologie der HU-Berlin
2000 - 2002 Tutor am Institut für Europäische Ethnologie der HU-Berlin
Laufendes Forschungsprojekt
Nationalstaatliche Mitgliedschaft - Staatsangehörigkeit, Citizenship und Politics of Belonging in Lateinamerika
Das Forschungsprojekt untersucht die formale Definition des Staatsbürgers und seines Gegenübers, dem Nicht-Staatsangehörigen, zwei für nationale Selbstbeschreibungen zentrale Figuren. Es rekonstruiert, welche Ein- und Ausschlüsse im Recht denkbar und legitim sind, und macht damit erkennbar, wie ein für das moderne Kollektivsubjekt zentraler Bestandteil, der body politics, bestimmt ist. Verglichen werden zwei exemplarische Fälle, in denen der Zugang zu diesen Kategorien verhandelt wird, die República Dominicana und Venezuela.
Indem das Forschungsprojekt sowohl Staatsangehörigkeits- als auch Einwanderungsrecht untersucht kann außerdem herausgearbeitet werden, wie normative Vorgänge die Verständnisse von kollektiver nationaler (Nicht-) Zugehörigkeit wiederspiegeln. Im Kern des ‚nationale Eigenen’ steht die explizite Definition des Staatsangehörigen. Der Erwerb der nationalen Mitgliedschaft ist an historisch entstandene und staatlich geregelte Kriterien und Prozeduren gebunden, die eng an nationale Identität geknüpft sind. Daneben beschreibt sich das nationale Kollektiv auch durch die Abgrenzung von seinem Gegenbild, dem Nicht-Staatsangehörigen, selbst. Die Kompetenz des Nationalstaates, über das Aufenthaltsrecht von Staatfremden frei zu verfügen, wird durch Eigenschaften der Einwandernden begründet, die als gegensätzlich zur vorherrschenden nationalen Selbstbeschreibung verstanden werden.
Zum Vergleich von zwei Fallanalysen – jüngste Änderungen des nationalen Einwanderungs- und Staatsangehörigkeitsrechts in Venezuela und der República Dominicana – untersucht das Projekt Gesetzestexte und entsprechende parlamentarische und legislative Vorgänge sowie Publikationen politischer Organisationen (Parteien und NGOs). Als empirische Felder eignen sich die beiden erwähnten Länder besonders gut. Dort führten politische Initiativen im Jahr 2004 zu Anpassungen der Migrationsgesetzgebung (Venezuela: „Ley de Migración y Extranjería“ sowie „Regulación y naturalización de los extranjeros“ im Rahmen der „Misión Identidad“; RD: „Ley General de Migración“). In der Dominikanischen Verfassung wurden außerdem 2010 die Kriterien für den Erwerb der Staatsangehörigkeit verändert, und in Venezuela dauert die Debatte über die Einbürgerung undokumentierter MigrantInnen an. So können diese beiden nationalen Zugehörigkeitspolitiken auch als Vergleich explizit inklusiver bzw. exklusiver nationaler Mitgliedschaftspolitiken genutzt werden.
Publikationen (Auswahl)
Monographien
Bedrohung, Gastrecht, Integrationspflicht. Differenzkonstruktionen im deutschen Ausweisungsdiskurs. Bielefeld 2010
Zwischen Paragraphen: eine Studie zur Wahrnehmung der Ausländerbehörde durch ihre KlientInnen. Saarbrücken 2007
Aufsätze
'Gefährliche' und 'lästige' Ausländer – zum Exklusionscharakter von Ausweisungen. In: Klimke, D.: Exklusion in der Marktgesellschaft. Wiesbaden 2008
‚Flüchtlinge’ in Deutschland – erzwungenes Leben im Zwischenraum. In: Flüchtlingsrat – Zeitschrift für Flüchtlingspolitik in Niedersachsen, H. 103, 2004
Geduldiges Warten auf Duldung. Innenansichten einer Ausländerbehörde. In: ila H. 283, 2004
Acht Monate Abschiebehaft in Berlin. In: Komitee für Grundrechte und Demokratie (Hg.), Jahrbuch 2001/2002, Köln 2002
Ethnographie der Abschiebehaft. In: Ethnographische Momentaufnahmen. Berliner Blätter H. 25/2002
Letzte Aktualisierung: 06.08.2010
